Denkmalschutz

Keimzelle von Stift und Stadt Essen

Der gesamte Burgplatz ist archäologisch hochsensibles Gebiet und eingetragenes Bodendenkmal, weil hier die Keimzelle von Stift und Stadt Essen liegt. Alle Arbeiten auf der Baufläche werden von der Unteren Denkmalbehörde und dem Landschaftsverband Rheinland begleitet.
Bei den Ausschachtungsarbeiten kamen zunächst Mauerreste des alten Burggymnasiums von 1910 zum Vorschein, das durch Bomben im April 1943 völlig zerstört worden war. Darunter fand man Natursteinwände der Jesuitenresidenz, die zwischen 1738 und 1742 entstanden war und im 18. Jahrhundert als eines der prachtvollsten Gebäude in Essen galt. Es handelte sich um zwei Meter dicke Mauern mit einer Höhe von zwei bis drei Metern und einer Gesamtlänge von über 20 Metern. In noch tieferen Schichten wurde ein Brunnen gefunden, und im Bereich zum Burgplatz wurden Reste der alten Stadtmauer freigelegt. Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp und Experten u. a. vom Ruhrlandmuseum erfassten die Funde zeichnerisch, fotografisch und textlich und fertigten von den historischen Schichten ein Profil, ein so genanntes Sediment-Transfer-Präparat, an. Diese Dokumente werden in der neuen VHS einen angemessenen Platz bekommen.
Für das 1929 vom Architekten Bucerius konzipierte Lichtburg-Gebäude, das sich die VHS mit der Eigentümerin GVE (Grundstücksverwaltung Essen), dem Kino sowie Gastronomen und Kaufleuten teilen wird, gelten strenge Denkmalschutz-Auflagen. Allerdings stehen nur die Fassade mit den charakteristischen Gesimsen, der Kinosaal, die Filmbar und das Filmbüro unter Schutz. Die darüber und dahinter liegenden Büros werden - im Rahmen der baulichen Gegebenheiten und der Statik - den Bedürfnissen der Nutzer angepasst.
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