Chronologie

Sanierungsfall: Altbau an der Hollestraße

Rückansicht VHS Hollestraße
Ein großes öffentliches Interesse begleitete den langen und schwierigen Entscheidungsprozess über die Zukunft der Volkshochschule. Das alte VHS-Gebäude an der Hollestraße, das bei seiner Eröffnung im April 1971 als Musterbeispiel moderner und funktionsgerechter Architektur galt, war aufgrund hoher PCB-Belastung und jahrelanger Vernachlässigung zum Sanierungsfall geworden.

Verschiedene Lösungsmodelle wurden diskutiert: Entgiftung und Renovierung des Hauses; Abriss und Neubau auf demselben Grundstück; Errichtung eines Bürokomplexes an der Hollestraße, in dem die VHS Räume anmieten sollte; Neubau am Berliner Platz, um nur das Meinungsspektrum zu umreißen.

Die Volkshochschule selbst hat unter den zunächst vorhandenen Möglichkeiten die Sanierung des Altbaus favorisiert, in der Hauptsache aus zwei Gründen: 1. weil das Gebäude seinerzeit für die besonderen Bedürfnisse der Erwachsenenbildung konzipiert worden war und nach wie vor viele Qualitäten aufweist, die allerdings vor dem Hintergrund seines maroden Zustands kaum mehr zur Geltung kommen, 2. wegen der zentralen Lage und der ausgezeichneten Verkehrsanbindung (Bus- und Straßenbahnlinien aus allen Richtungen halten direkt vor der Volkshochschule an der Haltestelle gleichen Namens).

Die Mischung aus Alt- und Neubau am Burgplatz war für die VHS eine der wenigen wirklich guten Alternativen, da sie hier die Interessen ihrer Nutzer/innen ebenso gewahrt sieht wie die der Stadt.

Im Juni 2000 beschloss der Rat der Stadt den Umzug zum Burgplatz.

Die VHS soll künftig im geografischen Mittelpunkt der Stadt liegen, über ein teils neues, teils erneuertes, ebenso attraktives wie bedarfsgerechtes Haus verfügen und bestens zu erreichen sein. Daher nimmt sie mit Freude den Auftrag an, als zentrale Weiterbildungseinrichtung der Stadt Essen die Tradition von Bildung und Kultur am Burgplatz fortzuführen und - gemeinsam mit den honorigen Nachbarn Ruhrbistum und Burggymnasium, dem wunderbaren Lichtburg-Kino und den ideenreichen Mitstreitern aus Gastronomie und Handel - die Stadtmitte wieder zum Mittelpunkt städtischen Lebens zu machen.

Vom Bauantrag zum Umzug

Der Bauantrag für das Gesamtprojekt Lichtburg/VHS wurde im Oktober 2001 gestellt und die Baugenehmigung im Frühjahr 2002 erteilt.

Im April 2002 begannen die Bauarbeiten mit der Sanierung des Altbaus und dem Abbruch des nicht denkmalwerten Lichtburg-Anbaus zur Schaffung der Fläche für den VHS-Neubau. Die Muschelkalk-Fassade wurde gereinigt, Dächer, Vordächer, Terrasse und teilweise Fenster wurden erneuert.

Das Restaurant-Café Mezzo-Mezzo, in dem die Gäste sommertags auf einer schönen Holzterrasse oberhalb des Burgplatzes mit Blick auf Dom, Rathaus und Alte Synagoge speisen, wurde bereits im November 2002 eröffnet.

Die Büros der GVE, die an der I. Dellbrügge liegen, waren im Dezember 2002 bezugsfertig. Im März 2003 folgte das schicke Café Solo mit Außenbewirtung auf der Kettwiger Straße. Kurz darauf wurde das Kino Lichtburg in frisch renovierter alter Pracht wieder eröffnet.

Die neue VHS hingegen muss warten. Der Rohbaubeginn verzögert sich durch die Dokumentation der archäologischen Kostbarkeiten in der Baugrube sowie durch Umlegung von Starkstromleitungen und Kanälen und schließlich durch die statische Absicherung der Nachbargebäude bis zum Oktober 2003. Zu dieser Zeit sind die Arbeiten an den VHS-Räumen im Lichtburg-Gebäude schon weit fortgeschritten. Die Fertigstellung ist für August 2004 verbindlich zugesagt, sodass die VHS mit dem Herbstsemester im neuen Haus starten kann.