(WAZ 5.5.2004 / LOKALAUSGABE / ESSEN)
Grün und Gruga beschließt Rückkehr der Attraktion - Kritische Töne im Kulturausschuss
Zum Start der Lichtwochen am 23. Oktober soll
sich auf dem Burgplatz wieder das Lichtrad
drehen. Der Beschluss des Ausschusses für Grün
und Gruga wurde allerdings im Kulturausschuss
kritisch aufgenommen.
Die Riesenrad-Premiere im Angesicht des Doms
war ein Riesenerfolg. Viele tausend
Weihnachtsmarkt-Besucher setzten sich 2002 in
eine Gondel, genossen den Ausblick über Essen.
Die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte war
eigentlich beschlossene Sache, doch der Umbau
des Burgplatzes mit der Integration der VHS
kam dazwischen.
Im Herbst soll der Publikumsmagnet jedoch
wieder seine Anziehungskraft demonstrieren.
Die EMG unterstrich gestern im Grünausschuss
die Wichtigkeit des Standortes für den
Weihnachtsmarkt und drängte wegen anstehender
Vertragsverhandlungen mit Schausteller Oskar
Bruch auf eine Entscheidung. Die erfolgte
trotz einzelner im Vorfeld geäußerter
Vorbehalte einstimmig, so dass das Riesenrad
vom 23. Oktober bis 8. Januar wieder aufgebaut
wird. "Die Fläche Burgplatz gehört in unseren
Bereich, und die Umgestaltung sollte so
vorgenommen werden, dass dort das Lichtrad
aufgestellt werden kann", so Ute Baukelmann,
stellvertretende Ausschussvorsitzende.
"Ein bisschen überfahren durch alles" fühlten
sich die Mitglieder des Kulturausschusses von
der erst mittags von Oberbürgermeister
Reiniger unterzeichneten und dann eilig
verteilten Tischvorlage. Die Politiker hatten
in der März-Sitzung darum gebeten,
Alternativstandorte zu prüfen - und bekamen
gestern nicht nur zu hören, dass alle anderen
Plätze aus Gründen der Größe und der Statik
ausscheiden, sondern auch, dass der Ausschuss
für Grün und Gruga gleich Nägel mit Köpfen
gemacht hatte. Daraufhin machten sie ihrem
Ärger Luft. Die FDP kommentierte, dass das
Riesenrad der Zielsetzung der historischen
Umgestaltung des Burgplatzes zuwider laufe.
VHS-Leiterin Friederike Brunnbauer reichen die
Versprechen nicht, dass die EMG sich "bemühen"
will, auftretende Beeinträchtigungen zu
vermeiden.
Kömi/zuu