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Vortrag und Gespräch: Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer

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1923-2023: 100 Jahre Vertreibung der osmanischen Griechen aus der Türkei und der Muslime aus Griechenland.

Mit dem Niedergang des Osmanischen Reiches 1917ff. eskalierte die Verfolgung der religiösen Minderheiten in Anatolien und Kleinasien. Nach dem Ersten Weltkrieg hoffte der griechische Ministerpräsident Eleftherios Venizelos (1864-1936) die aufstrebende türkisch-nationalistische Bewegung unter Mustafa Kemal auszuschalten. Vom besetzten Smyrna/Izmir aus ließ er seine Armee in Richtung Ankara marschieren. Griechenland erlitt eine verheerende Niederlage, und in der Folge mussten 1.2 Millionen Griechen, darunter alle Pontosgriechen, die Gebiete der neu gegründeten Republik Türkei verlassen.

Im Gegenzug wurden 400.000 Muslime aus Griechenland vertrieben, vor allem aus Makedonien und Westthrakien. In der Türkei bleiben durften nur die Istanbuler Griechen und die vor Jahrhunderten zum Islam konvertierten Nachkommen von Pontosgriechen, die noch heute einen griechischen Dialekt sprechen.

Der Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland lodert immer wieder auf. Vordergründig geht es um die Infragestellung der im Friedensvertrag von Lausanne festgelegten Grenzen, insbesondere in der Ägais. Dies auch vor dem Hintergrund von möglichen Bodenschätzen (Erdgas!). Um den Hintergrund dieser fortwährenden Spannungen zu verstehen, ist der Blick auf die Ereignisse vor hundert Jahren maßgeblich: Gegenseitige Traumatisierungen durch viele Tote und Vertriebene bestimmen noch heute das Verhältnis zwischen den beiden Völkern.

Was waren die Auswirkungen auf die Vertriebenen? Wie gingen sie mit ihren Erinnerungen um? Wie prägte dies ihr Leben? Und welche Rolle spielen die familiären Erfahrungen noch heute?

Mirko Heinemann stammt mütterlicherseits aus einer Familie von Pontosgriechen ab. Diese lebten über zweieinhalbtausend Jahre an der heute türkischen, Schwarzmeerküste. Sie entwickelten einen eigenen griechischen Dialekt, der mit Wörtern aus der türkischen und anderen Sprachen angereichert ist. Er reiste in die Heimat seiner Vorfahren, traf auf Nachkommen der Pontosgriechen auf und und verfasste ein Buch über die Reise und ihren historischen Hintergrund. In der Heimatstadt seiner Großmutter begegnete er dem Spross einer muslimischen Familie die vor hundert Jahren aus Griechenland vertrieben worden war. Mirko Heinemann studierte Publizistik, Ethnologie und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er ist seit 2003 freischaffender Journalist und lebt in Berlin. Als freier Redakteur konzipiert er Themenbeilagen in Zeit, Handelsblatt, Capital, Welt und WirtschaftsWoche und arbeitet für Printmedien wie taz, Das Parlament, FAZ und für den Hörfunk, etwa die Programme des Deutschlandfunks. Träger des Journalistenpreises der Pall-Mall-Foundation.

In Kooperation mit der Alten Synagoge Essen.

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Kursnr. 231.1B011N
Beginn Do., 09.02.2023, 19:00 - 20:30 Uhr
Dauer 1 Termin
Kursort Alte Synagoge Essen
Entgelt 0,00 €
Mitzubringen / Materialien Veranstaltungsort: Alte Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen
Kursleitung
Mirko Heinemann
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  annette.volmer@vhs.essen.de
Inhaltliche Beratung Nikolaos Georgakis
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Mirko Heinemann (c) Ch. Links-Verlag
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Datum
Uhrzeit
Ort
Datum
09.02.2023
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Alte Synagoge Essen
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