Drei Fragen an ... Katerina Gatakis

Katerina Gatakis ist in Essen geboren und aufgewachsen. Nach einem Literaturstudium und einer Übersetzerprüfung arbeitete sie in Verlagslektoraten. Heute übersetzt sie Sachbücher und schreibt Kriminalromane. Am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr ist sie zu Gast in der VHS Essen und liest aus ihrem neuen Griechenland-Krimi „Taverne der toten Fischer“. Vor ihrem Besuch haben wir Katerina Gatakis drei Fragen gestellt.

Sie sind in Essen aufgewachsen und kehren für die Lesung in Ihre Heimatstadt zurück. Welche Bilder von Essen sind Ihnen bis heute besonders geblieben?

Anders als Menschen, die nie hier gelebt haben und beim Namen „Essen“ an Dreck, Industrie und Bergbau denken, erinnere ich mich vor allem an die Ruhr, den Baldeneysee, die Schillerwiese und den Schrebergarten meiner Großeltern, an lauter grüne Orte.

Ihre Protagonistin Anna Apostolakis bewegt sich zwischen deutscher und griechischer Kultur. Warum war Ihnen gerade diese doppelte Perspektive wichtig?

Anna verkörpert das Prinzip „Leben, wo andere Urlaub machen“. Das ist manchmal wunderschön, hat aber genauso oft Schattenseiten. Zugleich wollte ich, dass sie auch ein bisschen die deutsche Perspektive mitbringt. Das Buch ist schließlich in erster Linie für deutschsprachige Leser geschrieben, die Griechenland vor allem aus dem Urlaub kennen. Anna Apostolakis ist Griechin, hat aber eine deutsche Mutter. Sie ist mit beiden Sprachen und beiden Kulturen aufgewachsen, aber eben nicht als Gastarbeiterkind in Deutschland, sondern genau umgekehrt in Griechenland als Tochter einer ehemaligen Reiseleiterin und eines Griechen.

Wer über Griechenland schreibt, kommt an dieser Frage vermutlich kaum vorbei: Was fasziniert Sie persönlich noch immer an diesem Land?

Das Licht, das Essen, das Meer, die Menschen. Vor allem die Tatsache, dass so viel miteinander geredet wird. Auch am Strand: Nordeuropäer verziehen sich unter den Sonnenschirm und lesen, die Griechinnen und Griechen reden und erzählen die ganze Zeit. Ob Groß- oder Kleinfamilie, Freundesgruppe oder Mädelstreffen: Kaum jemand guckt aufs Handy. Nicht alles ist inhaltlich weltbewegend, aber das direkte Gespräch hat in Griechenland oft einen größeren Stellenwert.

Katerina Gatakis live in der VHS Essen: Am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr liest die Autorin aus „Taverne der toten Fischer“. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Deutsch-Griechischen Studienclub in der VHS Essen am Burgplatz statt. Der Eintritt ist frei.

Das Interview führte: Nikolaos Georgakis (VHS Essen)

Informationen und Anmeldung:

https://vhs.link/gatakis

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Cover Taverne der Toten Fischer