Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral
Anne Rabe zu Gast im philosophischen Gespräch am 11. März um 18 Uhr.
Moral gilt im politischen Alltag fast schon als verdächtiges Wort. Häufig erscheint sie als sentimentale Pose oder als Störfaktor in scheinbar pragmatischen Debatten. Die Autorin Anne Rabe fragt in ihrem Buch „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“ (Klett-Cotta), ob sich eine Gesellschaft eine Politik ohne Moral überhaupt leisten kann. An Beispielen aus Armutsdebatten, Migrationspolitik, Klimakrise und wachsender Radikalisierung zeigt sie, welche Folgen es hat, wenn moralische Überlegungen lächerlich gemacht oder beiseitegeschoben werden. In Teilen der öffentlichen Debatte gilt der Januar 2025 vielfach als Tabubruch in der jüngeren deutschen Geschichte. Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik verschafft eine als rechtsextrem eingestufte Partei einer Abstimmung im Bundestag die entscheidende Mehrheit.
Für Rabe steht dieses Ereignis exemplarisch für eine bereits länger zu beobachtende Verschiebung im politischen Diskurs. Demokratien geraten weltweit unter Druck, autoritäre Regime und imperialistische Politik gewinnen an Boden, moralische Beweggründe verlieren an Gewicht. Der Verzicht auf Moral wirkt verführerisch, gerade dort, wo sich auch Demokratinnen und Demokraten ihm beugen. In der Reihe „Das philosophische Gespräch“ erläutert Anne Rabe im Gespräch mit Nikolaos Georgakis (VHS Essen) die zentralen Thesen ihres Buches über die Bedeutung moralischer Maßstäbe in Politik und Gesellschaft. Es geht darum, wie Moral schrittweise aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt wird, warum diese Entwicklung so bedrohlich ist und wie moralisches Denken und Handeln Teil der Antworten auf die Krisen der Gegenwart sein kann. Die Veranstaltung lädt zu einer gemeinsamen Reflexion über Verantwortung, Haltung und Hoffnung in einer verletzlichen Demokratie ein. Der Eintritt kostet 9 €.
Die Möglichkeit zur Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier .